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Das OppelthausAdresse: Altstädter Ring (Starometski namesti) 5Man geht am Altstädter Ring nur in Richtung Parizka trida. Das erste Eckhaus der Strasse ist das Oppelthaus. Der Einzug der Familie
Auch das Oppelthaus war, wie schon das "Haus zum Schiff, ein modernes Miethaus mit eigenem Aufzug, das im Zuge der Assanierung gebaut wurde. Hier richtete sich die Familie, die im November 1913 einzog, im obersten Stockwerk in einer geräumigen Sechszimmerwohnung ein.In seinen Räumlichkeiten befindet sich heute das Wirtschaftsministerium der Tschechischen Republik. Nach Einsicht in den erhaltenen Wohnungsgrundriss kommt Hartmut Binder zu der Schlußfolgerung, dass Kafkas Zimmer auf die Pariser Strasse (Parizska trida) führen musste und das Schlafzimmer der Eltern wahrscheinlich links daneben lag. Dagegen ging das Zimmer Ottlas, der einzig noch im Haus der Eltern lebenden Tochter, rechts von dem Erker auf die Ringseite hinaus. Diesen Ausblick beschrieb Kafka in einem Brief an Grete Bloch: "Geradeaus vor meinem Fenster im 4ten oder 5ten Stock habe ich die große Kuppel der russischen Kirche (gemeint ist die St.-Niklas-Kirche) mit zwei Türmen und zwischen der Kuppel und dem nächsten Zinshaus den Ausblick auf einen kleinen dreieckigen Ausschnitt des Laurenziberges mit einer ganz kleinen Kirche. Links sehe ich das Rathaus mit dem Turm in seiner ganzen Masse scharf ansteigen und sich zurücklegen in einer Perspektive, die vielleicht noch kein Mensch richtig gesehen hat." Auch das "Oppelthaus" wurde im zweiten Weltkrieg stark beschädigt und ist - wie man an den Aufnahmen erkennen kann - in veränderter Form wieder aufgebaut worden. Franz Kafka lebte hier bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges. Danach musste er sein Zimmer zeitweilig räumen, um seiner Schwester Elli und ihren zwei Kindern Platz zu machen, die einzogen, da Ehemann Karl Hermann zum Militär musste. Kafka, der daraufhin das erste Mal selbständig und außerhalb der elterlichen Einflusssphäre lebte, zog erst nach Ausbruch seiner Lungentuberkulose zeitweilig wieder in die elterliche Wohnung ein und bewohnte in der Folgezeit Ottlas Zimmer, die 1917 nach Zürau übersiedelte und dort, sehr zum Verdruss von ihrem Vater, eine Landwirtschaft unterhielt. In den letzten Monaten wurde dem schon Schwerkranken das Schlafzimmer der Eltern eingerichtet. Hier schrieb er die ersten Kapitel des Schloss-Romans und kurz vor seinem Tode, im März 1924, "Josefine, die Sängerin oder Das Volk der Mäuse".
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