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Haus "Zum Schiff"Adresse: Niklasstr. (Parizka) 36An der Stelle, wo früher das Haus "Zum Schiff" stand, befindet sich heute das Hotel Praha-Intercontinental. Zur Geschichte des HausesDas Mietshaus "Zum Schiff" war damals eines jener modernen Mietshäuser in Prag, die im Zuge der Sanierung des ehemaligen Ghettos hochgezogen wurden. Es gab einen Lift im Haus und die Wohnungen hatten auch ein Bad. Im Juni 1906 zog die Familie in das Haus und wohnte dort bis zum November 1913. Leider ist das Gebäude im Jahre 1945 zerstört worden. An seiner Stelle steht heute das Hotel Praha-Intercontinental. Wer sich einen Eindruck verschaffen will, wie der Blick aus Kafkas Zimmer gewesen sein mag, kann der Empfehlung Klaus Wagebachs folgen, in das Restaurant im obersten Stockwerks des Hotels gehen und sich dort einen Fensterplatz suchen. Wem das zu umständlich ist, mag sich mit einer Tagebuchaufzeichnung Kafkas vom 29.9.1911 begnügen: "Der Anblick von Stiegen ergreift mich heute so. Schon früh und mehrere Male seitdem freute ich mich an dem von meinem Fenster aus sichtbaren dreieckigen Ausschnitt des steinernen Geländers jener Treppe die rechts von Cechbrücke zum Quaiplateau hinunter führt. Sehr geneigt, als gebe sie nur eine rasche Andeutung. Und jetzt sehe ich drüben über dem Fluss eine Leitertreppe auf der Böschung die zum Wasser führt. Sie war seit jeher dort, ist aber nur im Herbst und Winter durch Wegnahme, der sonst vor ihr liegenden Schwimmschule enthüllt und liegt dort im dunklen Gras unter den braunen Bäumen im Spiel der Perspektive." Die Erzählung "Das Urteil"In dieser Wohnung schrieb Kafka die berühmt gewordene Erzählung "Das Urteil" in einer Nacht nieder. Diese Stunden bewegten ihn so sehr, dass er für einen Moment alle (Selbst-)Zweifel vergaß und diese Nacht der Erfüllung voller Freude im Tagebuch festhielt. 23. September Alltag in der WohnungKafka litt sehr unter der ungünstigen Aufteilung der Wohnung. Zwar besaß er ein eigenes Zimmer, das für damalige Verhältnisse eher ungewöhnlich war, dennoch hatte er kaum Rückzugsmöglichkeiten, da es unglücklicherweise das Durchgangszimmer zwischen Wohn- und Schlafzimmer der Eltern war. In der Erzählung "Grosser Lärm", das er 1911 in sein Tagebuch schrieb und kaum ein Jahr später in einer Prager Literaturzeitschrift abdrucken ließ, beschrieb er - kaum verhüllt - den typischen Alltag in der Wohnung.
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