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Palais Schönborn

Adresse: Marktgasse (Trziste) 15

Das Palais Schönborn befindet sich im Stadtviertel "Kleinseite" und ist bequem von der Karlsbrücke aus zu erreichen.

Ein luxuriöses Zuhause

Palais Schönborn

Das Palais Schönborn war der letzte Versuch Kafkas selbständig in Prag zu leben. Kafka, der die Wohnung "Zum goldenen Hecht" wieder aufgab, fand hier, am Fuße des Laurenziberges neben seinem "Arbeitszimmer" in der "Goldenen Gasse" ein recht luxuriöses Zuhause, dass, so fürchtete er, seine finanziellen Mittel übersteigen könnte. Als er die Wohnung in einem Wohnungsbüro genannt bekam, konnte er es am Anfang kaum glauben:

"Es war wie die Erfüllung eines Traumes. Ich ging hin. Zimmer hoch und schön, rot und gold, wie etwa in Versailles. Vier Fenster in einen ganz versunkenen stillen Hof, ein Fenster in den Garten. Der Garten! Wenn man in den Torweg des Schlosses kommt, glaubt man kaum, was man sieht. Durch das Halbrund des von Karyatiden flankierten zweiten Tores sieht man von schön verteilten, gebrochenen verzweigten steinernen Treppen an den großen Garten eine weite Lehne langsam und breit hinaufsteigen bis zu einer Gloriette." (Brief an Felice Bauer 1916/17)

Kafka 1917

Ausbruch der Krankheit

In der Nacht vom 12. auf den 13. August 1917 widerfuhr ihm im Palais Schönborn mit dem Blutsturz jenes einschneidende Erlebnis, das sein Leben von Grund auf ändern sollte. Fast schon mit Erleichterung nahm er dieses Ereignis auf, wie er später in einem Brief an Milena schreibt:

"Vor etwa 3 Jahren begann es bei mir mitten in der Nacht mit einem Blutsturz. Ich stand auf, angeregt wie man durch alles neue ist (statt liegen zu bleiben, wie ich es später als Vorschrift erfuhr), natürlich auch etwas erschreckt, ging zum Fenster, lehnte mich hinaus, ging zum Waschtisch, ging zum Waschtisch, ging im Zimmer herum, setzte mich auf`s Bett - immerfort Blut. Dabei war ich gar nicht unglücklich, denn ich wußte allmählich aus einem bestimmten Grunde, daß ich nach 3,4 fast schlaflosen Jahren, vorausgesetzt, daß die Blutung aufhört, zum erstenmal schlafen werde. Es hörte auch auf (kam auch seitdem nicht wieder) und ich schlief den Rest der Nacht"

Der erst diagnostizierte Bronchialkatarrh erwies sich alsbald als Tuberkulose. Kafka gab daraufhin  beide Wohnungen auf und wohnte fortan, wenn er nicht zu Erholungsurlauben in Sanatorien verweilte, bis zu seinem Tod im Jahre 1924 wieder in seinem Zimmer bei den Eltern im Oppelthaus.