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Das Cafe SlaviaAdresse: Narodni trida Nr. 1/1012Das Cafe Slavia befindet sich gegenüber dem Tschechischen Nationaltheater an der Narodny trida. Zur Geschichte des Cafes
Das legendäre Cafe Slavia, das 1992 an eine russo-amerikanische Unternehmerin für 50 (!) Jahre verpachtet wurde, ist nach jahrelangen Renovierungsarbeiten und Streitereien zwischen Stadtverwaltung und Pächterin, im Jahre 1997 wiedereröffnet worden. Das Interieur wurde im Stil der dreißiger Jahre restauriert. Bei Preisen von rund 100 kc für Kaffee und Kuchen werden die schön renovierten Prager Cafes wohl kaum die Prager aus der billigen Kneipe weg und wieder in die berühmten Cafes von einst hineinlocken können. So bleibt wohl nur der zahlungswillige Tourist und der zu Geld gekommene Prager übrig, also vorwiegend Laufkundschaft, die dem Cafe Slavia zu neuem Glanz verhelfen sollen. Ob es dabei auch gelingt das Cafe wieder zu dem kulturellen Zentrum von ehedem zu machen, ist schon fast keine Frage mehr. Dennoch erfreut sich das Slavia inzwischen wieder großer Beliebtheit. Das Cafe Slavia erlebte in seiner langen Geschichte schon mehrere Häutungen. So beschrieb Karel Honzik in seinen Erinnerungen an die Künstlergruppe Devetsil die Situation in den 20er Jahren:
"Als die Räumlichkeiten des Narkav nicht mehr ausreichten, zog man ins Cafe Slavia, dessen Fenster zur Narodni Trida und auf die Moldau blicken. Es war allerdings noch nicht das Slavia, wie es ein Konditoreibesitzer in den dreißiger Jahren herrichten ließ. Damals gab es keine Wandtäfelung aus kostbaren glänzenden Hölzern, keine Kristallüster, keine geschliffenen Spiegel. Es war ein ganz gewöhnliches Kaffeehaus, nicht mehr. Seine Einrichtung bestand aus Thonetstühlen, aus wackeligen Sofas mit schwarzen, ziemlich abgewetzten Wachstuchbezügen und aus den obligaten Kaffehaustischen, deren künstliche Marmorplatten so aussahen, als entstammten sie dem Mesozoikum." Durch seine unmittelbare Nachbarschaft zum Nationaltheater wurde das Slavia vorwiegend von Schauspielern aufgesucht. Einer Anekdote nach fanden sich um die Osterzeit Theaterdirektoren aus dem ganzen Land hier ein, um für die neue Saison Engagements mit den Schauspielern auszuhandeln. Doch auch die Künstlergruppe Devetsil oder so bekannte Schriftsteller wie Rainer Maria Rilke, Vitezslav Nezval, Karel Capek oder der Nobelpreisträger von 1984, Jaroslav Seifert, gehörten zu den häufig gesehenen Gästen des Slavia. Auch in den späteren Jahren fanden die Literaten, wie beispielsweise Jiri Grusa, im Cafe Slavia noch eine zweite Heimat. Siehe auch:
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